Grippe- und Corona-Impfung in der Saison 2026/2027: wer, wann und auf wessen Kosten

Aktualisiert: 7. September 2026

In Deutschland richtet sich beides nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), und die sind enger gefasst, als viele erwarten: Die Grippeimpfung wird nicht pauschal allen empfohlen, sondern Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit chronischen Grunderkrankungen, Schwangeren, Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen sowie Personen mit beruflich erhöhter Exposition. Für alle empfohlenen Gruppen ist die Impfung Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen und damit kostenfrei. Der empfohlene Zeitraum: Oktober bis Mitte Dezember.

Das Wichtigste: Der Impfschutz baut sich erst in 10 bis 14 Tagen auf. Wer ihn zum Beginn der Grippewelle haben möchte, impft im Herbst — eine spätere Impfung bleibt aber sinnvoll, solange Influenzaviren zirkulieren.

Grippeimpfung: wem die STIKO sie empfiehlt

GruppeEmpfehlung
Personen ab 60 JahrenJa — mit wirkverstärktem bzw. Hochdosis-Impfstoff
SchwangereJa — ab dem zweiten Trimester; bei Grunderkrankung bereits ab dem ersten
Chronisch Kranke (Atemwege, Herz-Kreislauf, Leber, Nieren, Diabetes, neurologische Erkrankungen, Immundefizienz)Ja — ab 6 Monaten
Bewohner von Alten- und PflegeheimenJa
Medizinisches Personal und Beschäftigte mit viel PublikumsverkehrJa
Personen mit Kontakt zu Geflügel, Schweinen, Wildvögeln oder RobbenJa
Gesunde Kinder und Erwachsene unter 60 ohne GrunderkrankungKeine generelle Empfehlung — die Impfung ist aber möglich

Die Begründung der STIKO für die letzte Zeile: Bei gesunden Kindern und bei Erwachsenen unter 60 verläuft eine Influenza in der Regel ohne schwere Komplikationen. Wer sich dennoch impfen lassen möchte, kann das tun — Kinder sind ab dem Alter von 6 Monaten impfbar. Die Frage ist dann nicht die Zulässigkeit, sondern die Kostenübernahme.

Wer bezahlt

Für alle von der STIKO empfohlenen Gruppen ist die Grippeimpfung Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Darüber hinaus übernehmen viele Kassen die Kosten als Satzungs- oder Mehrleistung auch für Versicherte ohne Indikation, teilweise per Erstattung. Ohne medizinische oder berufliche Indikation lohnt deshalb ein kurzer Anruf bei der eigenen Kasse, bevor der Termin steht.

Für Kinder: Spritze oder Nasenspray

Für Kinder und Jugendliche von 2 bis 17 Jahren steht neben dem injizierten Totimpfstoff ein nasal verabreichter Lebendimpfstoff zur Verfügung; die STIKO sieht ihn als gleichwertig an. Er ist nicht für alle geeignet — etwa nicht bei Immundefizienz, schwerem Asthma oder Salicylat-Therapie — und die Verfügbarkeit schwankt von Saison zu Saison. Was infrage kommt, entscheidet die Kinderärztin oder der Kinderarzt.

COVID-19-Impfung in dieser Saison

Die STIKO empfiehlt die jährliche Auffrischimpfung im Spätsommer oder Frühherbst — also jetzt — für:

Verwendet werden zugelassene mRNA- und proteinbasierte Impfstoffe mit der von WHO bzw. EMA empfohlenen Variantenanpassung für die Saison 2026/2027. Den aktuellen Stand führt das RKI.

Beides an einem Termin

Zwischen der COVID-19-Impfung und anderen Totimpfstoffen ist kein Abstand von 14 Tagen mehr erforderlich. Grippe- und Corona-Impfung können am selben Tag gegeben werden, an unterschiedlichen Gliedmaßen — ein Termin statt zwei.

Warum darüber gestritten wird — und was belegt ist

Ob eine Impfung für Sie persönlich sinnvoll ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Die Grundlage der öffentlichen Empfehlungen lässt sich aber nachlesen:

Zwei Dinge, die leicht untergehen: Die saisonale Impfung ersetzt keine Impfung aus dem STIKO-Impfkalender — der läuft parallel weiter. Und eine im Ausland verabreichte Dosis landet nicht automatisch im deutschen Impfausweis. Bringen Sie eine Bestätigung mit Datum und Präparatnamen mit; übertragen wird sie von Hand.

Damit die Termine nicht verloren gehen

Saisonale Impfungen haben eine unbequeme Eigenschaft: Sie wiederholen sich jedes Jahr und tragen sich nirgends von selbst ein. Ein Jahr später weiß niemand mehr, ob es der Oktober war oder doch erst der Januar — und in einer Familie sind das nicht ein Datum, sondern fünf.

Evaxify führt die Profile der ganzen Familie — Kinder, Erwachsene, Hund und Katze — in einem Konto. Sie tragen ein, was wann gemacht wurde, wählen das Wohnsitzland, und die App gleicht die Historie mit dem Impfkalender dieses Landes ab und erinnert an die nächsten Termine. Saisonale Impfungen sind dabei gesondert gekennzeichnet, weil ihr Termin aus dem Kampagnenfenster folgt und nicht aus dem Alter. Was und wann geimpft wird, entscheidet weiterhin die Ärztin oder der Arzt — die App kümmert sich um Daten und Fristen.

App herunterladen

Andere Länder

Die Regeln unterscheiden sich stärker, als man denkt: In Polen ist die Grippeimpfung für alle Kinder und Jugendlichen unter 18 kostenfrei, in Frankreich startet die Kampagne erst Mitte Oktober. Eigene Texte dazu: Polen (auf Polnisch), Frankreich (auf Französisch).

Häufige Fragen

Empfiehlt die STIKO die Grippeimpfung für alle Kinder?

Nein. Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung nicht generell für gesunde Kinder, sondern für Kinder mit einer Grunderkrankung, die das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht. Geimpft werden können Kinder ab 6 Monaten — auch ohne Indikation ist die Impfung möglich, aber dann keine Regelleistung.

Wer bezahlt die Grippeimpfung?

Für alle von der STIKO empfohlenen Gruppen ist die Impfung Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen und damit für Versicherte kostenfrei. Viele Kassen übernehmen die Kosten darüber hinaus als Satzungsleistung — das lässt sich vorab bei der eigenen Kasse klären.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

Die STIKO empfiehlt den Zeitraum von Oktober bis Mitte Dezember. Der Impfschutz baut sich in 10 bis 14 Tagen auf, deshalb ist auch eine spätere Impfung noch sinnvoll, solange Influenzaviren zirkulieren.

Kann man Grippe- und Corona-Impfung am selben Termin bekommen?

Ja. Zwischen der COVID-19-Impfung und anderen Totimpfstoffen ist kein Abstand von 14 Tagen mehr nötig; beide Impfungen können gleichzeitig an unterschiedlichen Gliedmaßen verabreicht werden.

Wem empfiehlt die STIKO die COVID-19-Auffrischimpfung?

Allen Personen ab 60 Jahren sowie Personen ab 6 Monaten mit einer Grunderkrankung, die das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht — jährlich im Spätsommer oder Frühherbst. Für Schwangere wird eine Auffrischimpfung nur bei erhöhtem Risiko empfohlen.

Gibt es für Kinder eine Alternative zur Spritze?

Für Kinder und Jugendliche von 2 bis 17 Jahren steht neben dem Totimpfstoff ein nasal verabreichter Lebendimpfstoff zur Verfügung, den die STIKO als gleichwertig ansieht. Er ist nicht für alle geeignet und nicht immer lieferbar — das entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Quellen

Medizinischer Hinweis: Evaxify ist ein Organisationswerkzeug und keine medizinische Beratung. Welche Impfungen wann sinnvoll sind, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.